Fersensporn lässt sich meist unblutig behandeln

Am Anfang ist es, als wäre da ein Nagel im Schuh. Irgendwann treiben die Schmerzen die Betroffenen zum Orthopäden. Der kann beim Fersensporn auch unblutig einiges ausrichten. Selbst Vorbeugen ist möglich.

Von Estelle Wanner

Das Fersenbein ist für die hintere Abstützung des gesamten Körpers und das Umlenken der Zugkräfte der Achillessehne in die Sohlenplatte des Fusses verantwortlich. Egal ob wir rennen, gehen oder stehen, die Achillessehne wird mit ihrer Wadenmuskulatur stets beansprucht. Somit erklärt sich die Häufigkeit der Überlastungsschäden am Ansatz der Achillessehne und an der Sohlenplatte.

 

Wenn der Fuss im Fersenbereich stark belastet oder sogar überbelastet wird, entstehen am Sehnenansatz des Fersenbeins Mikroverletzungen und Entzündungen. Diese kleinen Risse an den Sehnen vernarben. Der Körper versucht, diese Stelle zu verstärken und lagert Kalk ein. Dadurch wird die Stelle dicker und es kann ein Knochenauswuchs entstehen – der sogenannte Fersensporn.

 

Vielfach kann eine verkürzte Wadenmuskulatur der Auslöser eines Fersensporns sein, weshalb die Wichtigkeit des Dehnens nicht unterschätzt werden darf. Auch höheres Alter kann einen Fersensporn begünstigen.


 

Für Überbelastungen, die zu einem Fersensporn führen können, kommen ausserdem folgende Ursachen infrage:

  • Besonders intensiver Sport in untrainiertem Zustand
  • Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas)
  • Fussfehlstellungen
  • Schlechtes Schuhwerk
  • Schwere körperliche Arbeit
  • Langes Stehen am Arbeitsplatz


Fersensporn treten überwiegend an zwei verschiedenen Stellen hinten am Fuss auf. Entsprechend unterscheidet man zwei Formen von Fersensporn:

 

  • Sporn unterhalb des Fersenbeins
    = plantarer Fersensporn
  • Sporn am Ansatz der Achillessehne
    = kranialer Fersensporn

 

Ein Fersensporn allein muss noch keine Schmerzen verursachen: Zwischen 10 und 20 Pozent der Bevölkerung haben einen Fersensporn, ohne damit Fussbeschwerden zu haben. Insgesamt haben mehr Frauen als Männer einen Fersensporn.


Die Symptome des Fersensporns lassen sich so beschreiben:

  • Stechender Schmerz beim Auftreten
  • Anlaufschmerzen (nach längerem Sitzen oder Liegen, insbesondere am Morgen)
  • Nach einigen Schritten wird der Schmerz leichter

 

Durch speziell angefertigte Polsterungen und Ausnehmung an der Schuheinlage wird eine Entlastung geschaffen die eine wirkungsvolle Linderung der Fersenschmerzen verschafft.

 

So empfehlen wir bei auftretendem Fersensporn zuerst den Gang zum Orthopäden. Denn die Praxis zeigt: Fersensporn lässt sich meist unblutig – sprich: ohne Operation – behandeln.